Tanngnjostr und Tanngrisnir

(nord. „Zähneknirscher”
und „Zähnefletscher”) In der nordischen Mythologie das Bockspaar, das den Wagen des Gottes Thor zieht, wenn der gegen die Riesen zu Felde zieht.
Thor lenkt den Wagen mit seiner linken Hand, seine Rechte schleudert den Hammer Mjöllnir wider den Feind.
Mit diesem Hammer weckt Thor sie auch. Eine Besonderheit ist nämlich, daß diese Ziegen gegessen werden können. Sofern dabei keine Knochen gebrochen werden, sind die Böcke am kommendem Morgen wieder unversehrt.

 

Tuisco

(Thuisco, Thuiskon, Tuisto) Er ist nach dem Römer Tacitus ein Sohn der Erde, ein erdentsprungener, zweigeschlechtriger Gott. Als Vater des Mannus ist er Stammvater der Germanen (Tacitus, Germania 2).
Tuisto, auch in der Lesart Tuito, Teuto oder Theuth, soll dem römischen Dis Pater entsprechen und somit dem griechischen Pluto (vgl. Hederich 1996, Sp. 2411). Auch namentlich ähnelt dem Teuto der keltische Teutates.
Tuiscon soll nicht selbst der Gott sondern vielmehr als erster der Menschen der Sohn des Gottes Tuis sein, Tuisco hieße demnach „Sohn des Tuis” und er war ein später vergöttlichter Stammvater der Menschheit (ebd.).
Namentliche Ähnlichkeiten finden sich in Deutsch, Teutonengrill oder Teutoburger Wald. Wegen der erdentsprungenen Geburt soll er einer der Söhne des biblischen Noah gewesen sein (ebd.).

 

Thialfi und Roskva

Des Donnergottes Thor menschliche Knechte und Kinder aus bäuerlichem Haus.
An diese Geschwister geriet Thor, als er auf einer Reise in ihrer Hütte einkehrte. Weil sie arm waren, konnten sie ihm keine kräftige Mahlzeit bereiten. Doch konnte Thor aushelfen, indem er seine eigenen Böcke schlachtete.
Er wies seine Gastgeber an, das Fleisch zuzubereiten, keinesfalls aber die Knochen zu zerbrechen. Thialfi war allerdings recht ausgehungert und zerbrach ein Knöchelchen, um genüßlich das Mark zu schlürfen.
Am nächsten Morgen schwenkte Thor seinen Mjöllnir über den Überresten seiner Ziegen, wie er es immer tat, wenn er sie am Vorabend verspeist hatte. Wie erwartet erwachten sie wiederhergestellt, aber einer der beiden lahmte.
Wutentbrannt drohte Thor mit Vernichtung des Hauses und konnte nur beschwichtigt werden, indem Thialfi und Roskva in seinen Dienst traten.
Das erwies sich als glücklicher Umstand, denn Thialfi konnte ihm mehrfach beistehen, beispielsweise gegen den Lehmriesen Mökkurkalfi oder in Utgard.

 

Thing

(germ. thengaz, ahd. ding „Sache”, „Rechtssache”, „Gerichtsversammlung”, „Versammlung”) Der römische Geschichtsschreiber Tacitus berichtet von der germanischen Volksversammlung, jeweils zu Halbmond oder Vollmond. Der Versammlung steht ein Priester vor, hier werden alle wichtigen Gegenstände, auch Gerichtsverfahren, verhandelt (Tacitus 1991, Germania 11 u. 12).
Die gesamte Versammlung, auch der Thing der Asen, steht unter dem Schutz des Gottes Tyr.

 

Thjazi

(Thjaffi, Thiassi, Thiazi) In nordischer Mythologie ein Sturmriese. Er gehört zu den Jötunn. Thjazi, ein außergewöhnlich starker und mutiger Riese, ist und Vater der Skadi und wohnt in Thrymheimr (Edda, Grimnismal 11).Als sein Vater wird Alvaldi genannt.

Thjazi bedrängte in Gestalt eines Adlers die Asen Odin, Hönir und Loki auf ihrem Weg nach Midgard und erbeutete den Kochtopf der Götter. Loki schlug mit einem Stock nach ihm, wurde von Thjazi aber in die Lüfte gehoben. Bangend um sein Leben versprach ihm Loki als Auslöse die Göttin Idun, von deren ewige Jugend spendenden Äpfeln die Götter regelmäßig essen mussten.

So von ihrem Lebenselixier abgeschnitten begannen die Götter zu altern und wurden zunehmend mutlos. Loki macht sich in Gestalt eines Falken auf den Weg zum Riesen, um Idun und deren Äpfel zurückzuholen. Das gelingt, aber Thjazi verfolgt ihn in Gestalt eines Adlers. Weil jedoch die Götter auf den Mauern Asgards Feuer entfacht hatten, versengte sich der Thjazi seine Federn und stürzte herab. Hier verbrannte er bzw. der Thor erschlug ihn.

Seine Tochter Skadi begab sich nach Asgard, um den Tod des Vaters zu sühnen. Als ihre Forderungen, ein Ehemann und ein Sack Gelächter, erfüllt waren, holte Odin Thjazis Augen unter seinem Umhang hervor und (er selbst oder Thor) warf sie in den Himmel, wo sie zu Sternen wurden. „Thiazi wird auf uns alle herabschauen, solange die Welt besteht” (COTTERELL 1999, S. 231).

 

Thökk

(nord. „Dank, Freude”, „Dunkel” ?) In nordgermanischer Mythologie ist sie eine Riesin vom Geschlecht der Jötunn.
Nach dem Tode Balders ist Thökk das einzige Lebewesen, das den Tod des allseits geliebten Gottes nicht betrauert.
Es war aber Bedingung, daß Balder nur dann aus dem Totenreich der Hel zurückkehren dürfe, wenn alle Lebewesen um Balder weinen würden.
Aufgrund der Haltung der Thökk (man beachte ihren Namen), ist Balders Schicksal besiegelt und er muß bis nach Ragnarök in Hel verweilen (Edda, Strophe der Thökk).

 

Thrivaldi

(nord. „der Drei-Mächtige”) In der nordischen Mythologie ein zu den Jötunn gehörender Riese mit drei Köpfen.
Der Ase Thor trägt mit ihm einen seiner Riesenkämpfe aus. Schließlich gelingt es Thor, die Köpfe des Riesen zu spalten.

 

Thrudgelmir

(nord. „der Kraft-Schreiende”) Ein sechsköpfiger Wasserriese der nordischen Mythologie.
Thrudgelmir ist Sohn des Aurgelmir und Vater des Bergelmir.

 

Thrudr

(nord. „Kraft, Frau”) In nordgermanischer Mythologie ist Thrudr eine Erdgöttin und Personifikation der Kraft. Darin ist sie als seine Tochter eine Eigenschaft des Gottes Thor. Ihre Mutter ist die Sif.
Thrud war dem Zwerg Alwis versprochen. Als Alwis vor Thor tritt, verwickelt der ihn in ein Gespräch. Im Morgengrauen trifft der erste Sonnenstrahl den Dvergr und er wird zu Stein (Edda, Alwismal).
Im Grimnismal ist Thrud als eine jener genannt, die Odin und den Einheriern den Trunk reichen (36).
Der Riese Hrungnir entführt sie einmal, so daß Thor sie befreien muß. Ihr Name bekommt später als Trud und Drud auch die Bedeutung von Hexe oder Zauberin.
Thrudr gilt zwar als Tochter des Asen Thor, sie ursprünglich eine ältere Erdgöttin gewesen sein.
So heißt auch Thors Wohnstatt in Asgard Thrudvangar („Feld der Thrud”), auch Thrudwang oder Thrudheim (Edda, Grimnirlied, 4).

 

Thrudvangar, Thrudwang, Thrudheim

Wohnung d. Thor

 

Thrymheimr

In nordischer Mythologie der Wohnort des Riesen Thjazi.
Nachdem Thjazi von Thor überwunden worden war, zog die Skadi nach Thrymheim, dem Hof ihres Vaters (Edda, Grimnismal 11).

 

Thund

Das Grimnirlied der Edda nennt Thund „Thiodwitnirs Fisch”, des „Riesenwolfs Fisch” (21).
Es ist damit vielleicht das Kind Lokis und der Hel gemeint.
AUCH Strom um Walhall

 

Thurs

(nord. „Riese”, „stark”) In der nordischen Mythologie sind die Thurs Riesen, die Göttern (Asen) und Menschen meistens feindlich gesinnt sind.

In der Edda, heißt es, drei gewaltige Riesentöchter seien von Thursenheim zu den Asen gekommen (Voluspa 8).
Zu den Thurs gehören unter anderen Wafthrudnir (Wafthrudnirlied)Utgardloki, Surtr bzw. Muspell.
Ihr Herrscher ist Thrymr.

 

Tyr

(germ., ahd. Ziu, angelsächs. Tiu, Tiv, Tiwas, Teiwaz, Eru) In der germanischen Mythologie Himmels- und Kriegsgott. Tyr ist Hochgott der Germanen und Schutzgott der Rechte des Things. Später löste ihn Odin ab.
Tyr ist Sohn des Riesen Hymir.

Sein Atribut ist der Speer als Waffe und Rechtssymbol. Er wird als einhändiger Gott vorgestellt, da der Wolf Fenrir ihm eine Hand abgebissen hat. Tyr war als einziger der in Asgard ansässigen Götter kühn und stark genug, dem Wolf sein Futter zu reichen, dennoch verlor er seine Hand an das Untier.
Zu Ragnarök tötet er den Garm, verblutet aber selbst an den im Kampf hingenommenen Wunden.
Nach Tyr sind in Dänemark, Schweden, Norwegen und England viele Orte benannt. An Tiuz erinnert auch das Wort deutsch (ahd. diutisc).
Tyr ähnelt dem indischen Dyaus und dem griechischen Zeus. Christliche Deutungen des Mittelalters identifizierten in Tyr den schwertkämpfenden Erzengel Michael.
Nach Tyr bzw. Ziu ist in ganz Nord-West-Europa der Dienstag als ziostag (ahd. Tag des Ziu; dänisch Tirsdag,; schwed. Tisdag,; engl Tuesday) benannt.

Die Rune Teiwaz ist die des Tyr. Auch Pflanzen erinnern mit ihren Namen an den alten Gott: Eisenhut, Tysfolia oder Seidelbast (Kellerhals, dän. Tyvidir, Tyed, Tyswed, Daphne mezereum).